Bewässerungssysteme im Vergleich der Stiftung Warentest

Wer einen eigenen Garten besitzt, der weiß, dass ein solcher eine Menge Arbeit erfordert. Viele Hobbygärtner sind aus diesem Grund sogar überfordert, weswegen sie auf bestimmte Gerätschaften zurückgreifen, um ihren Garten weiterhin in Schuss zu halten. Da gerade das regelmäßige Gießen viel Zeit erfordert und mitunter sogar wirklich nervenaufreibend sein kann, greifen viele Menschen auf Bewässerungssysteme zurück. Diese werden auch als Gießsysteme bezeichnet, wenngleich dieser Begriff etwas seltener verwendet wird.

Doch welches Bewässerungssystem sollte ein Verbraucher eigentlich nutzen? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn wie zu erwarten gibt es auch hier klare Qualitätsunterschiede. Am meisten hilft hier ein Bewässerungssystem Test. Solche finden sich allerdings gar nicht so einfach. Gerade dann nicht, wenn man einen seriösen Anbieter wünscht. Um Ihnen bei diesem Problem zu helfen, zeigen wir Ihnen den Bewässerungssystem Test der Stiftung Warentest. Dieser ist noch recht jung und wurde dieses Jahr durchgeführt. Wir möchten Ihnen auch einige der getesteten Bewässerungssysteme vor. Übrigens ersparen Bewässerungssysteme nicht nur Arbeit, sondern sind auch super für den Urlaub. Schließlich „kümmert“ sich wer um die Pflanzen.

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Kriterien und Gewichtung beim Bewässerungssystem Test

Dieser Test umfasste 4 Kriterien. Am stärksten gewichtet wurde dabei die Bewässerung mit 45%. Dass es sich hierbei um das Hauptkriterium handelt, dürfte eigentlich niemanden verwundern. Schließlich handelt es sich hierbei um den Zweck dieses Produkts, welchen er auf keinen Fall verfehlen sollte. Nahezu gleich stark gewichtet wurde die Handhabung mit 40%. Diese kann sich nämlich unter Umständen sehr mühsam gestalten. Besonders was die Montage angeht. Natürlich sollten Bewässerungsanlagen auch eine Zeit lang halten. Gerade bei teureren Anschaffungen, ist das natürlich ausgesprochen wichtig. Daher wurde auch die Haltbarkeit mit 10% bewertet. Ebenfalls gewichtet wurden sicherheitstechnische Aspekte. Sicherheit und Schutz vor Wasserschäden machten 5% des Qualitätsurteils aus.

45%

Bewässerung

40%

Handhabung

10%

Haltbarkeit

5%

Sicherheit, Schutz vor Wasserschäden

Bewässerungssysteme im Vergleich

Vorschaubild
Testsieger
Gardena city gardening Urlaubsbewässerung: Beregnungs-Set mit Vorratsbehälter, für drinnen und draußen, Bewässerung von bis zu 36 Pflanzen (1266-20)
Scheurich Bördy XL, Waterreserve Wasserspender aus Kunststoff und Tonkegel, Green Pearl, 29 cm hoch, 0,6 l Vol.
LECHUZA CLASSICO Color 21 weiß 13170, 22x22x20 cm
Emsa 515024 Blumenkasten für den Balkon, Länge 75 cm, Selbstbewässerungssystem, Weiß, Casa Mesh
Modell
Gardena Set Urlaubsbewässerung 1266
Scheurich Bördy XL Water Reserve
Lechuza Classico Color 21
Emsa Casa Mesh Aqua Comfort 515024
Abmessungen
20 x 20 x 30 cm
14 x 14 x 29 cm
22,9 x 22,9 x 20,3 cm
75 x 20 x 18 cm
Gewicht
1,5 kg
5 g
1 kg
8 kg
Bewässerbare Pflanzen
36 Stück
1 Stück
1 Stück
3 Stück
Täglicher Wasserverbrauch pro Pflanze
49 Milliliter
68 Milliliter
369 Milliliter
333 Milliliter
Typ
Automatisches System für Zimmerpflanzen
System mit kleinem Tank für Zimmerpflanzen
System mit kleinem Tank für Balkon und Terrasse
System mit kleinem Tank für Balkon und Terrasse
Preis
Preis nicht verfügbar
10,75 EUR
18,90 EUR
30,99 EUR
Testsieger
Vorschaubild
Gardena city gardening Urlaubsbewässerung: Beregnungs-Set mit Vorratsbehälter, für drinnen und draußen, Bewässerung von bis zu 36 Pflanzen (1266-20)
Modell
Gardena Set Urlaubsbewässerung 1266
Abmessungen
20 x 20 x 30 cm
Gewicht
1,5 kg
Bewässerbare Pflanzen
36 Stück
Täglicher Wasserverbrauch pro Pflanze
49 Milliliter
Typ
Automatisches System für Zimmerpflanzen
Preis
Preis nicht verfügbar
Vorschaubild
Scheurich Bördy XL, Waterreserve Wasserspender aus Kunststoff und Tonkegel, Green Pearl, 29 cm hoch, 0,6 l Vol.
Modell
Scheurich Bördy XL Water Reserve
Abmessungen
14 x 14 x 29 cm
Gewicht
5 g
Bewässerbare Pflanzen
1 Stück
Täglicher Wasserverbrauch pro Pflanze
68 Milliliter
Typ
System mit kleinem Tank für Zimmerpflanzen
Preis
10,75 EUR
Vorschaubild
LECHUZA CLASSICO Color 21 weiß 13170, 22x22x20 cm
Modell
Lechuza Classico Color 21
Abmessungen
22,9 x 22,9 x 20,3 cm
Gewicht
1 kg
Bewässerbare Pflanzen
1 Stück
Täglicher Wasserverbrauch pro Pflanze
369 Milliliter
Typ
System mit kleinem Tank für Balkon und Terrasse
Preis
18,90 EUR
Vorschaubild
Emsa 515024 Blumenkasten für den Balkon, Länge 75 cm, Selbstbewässerungssystem, Weiß, Casa Mesh
Modell
Emsa Casa Mesh Aqua Comfort 515024
Abmessungen
75 x 20 x 18 cm
Gewicht
8 kg
Bewässerbare Pflanzen
3 Stück
Täglicher Wasserverbrauch pro Pflanze
333 Milliliter
Typ
System mit kleinem Tank für Balkon und Terrasse
Preis
30,99 EUR

© Stiftung Warentest Ausgabe (06/2017)

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Wie die Bewässerungssysteme im Vergleich der Stiftung Warentest abschnitten

Getestet wurden 16 Bewässerungssysteme. Die Testergebnisse waren dabei recht gut. Insgesamt gab es 10 Bewässerungssysteme, die gute Ergebnisse erzielen konnten. Sehr gute Ergebnisse gab es allerdings keine. Das finden wir natürlich etwas schade. Allerdings ist es leider bei vielen Produktkategorien der Fall, dass diese den Anforderungen der Stiftung Warentest einfach nicht ganz gerecht werden können. Die restlichen 6 Bewässerungssysteme konnten leider nicht überzeugen. 3 erhielten ein Befriedigend, die anderen 3 mussten sich sogar mit einem Mangelhaft zufriedengeben. Ein niederschmetterndes Testurteil, welches jedoch durchaus seine Berechtigung hatte. Stiftung Warentest vergibt schlechte Bewertungen schließlich nicht aus Willkür.

Warum brauchen Pflanzen Wasser

Im Grunde ist jedes Lebewesen mehr oder weniger auf Wasser angewiesen. Pflanzen bilden hier keine Ausnahme. Sie benötigen das Lebenselixier um ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten und Photosynthese zu betreiben. Für letzteres ist außerdem Sonnenlicht erforderlich. Da Wasser ein essentielles Gut für Pflanzen ist, macht sich infolgedessen Wassermangel schnell bemerkbar. Häufige Ausfallerscheinungen sind ein behindertes Wachstum und eine schwache Gesundheit. Es gibt allerdings Pflanzen, die auf weniger Wasser angewiesen sind. Dazu gehören beispielsweise Kakteen. Diese kommen allerdings nur selten in unseren heimischen Gärten vor. Daher wird man entweder selbst gießen oder auf Bewässerungssysteme zurückgreifen müssen.

Was für unterschiedliche Bewässerungssysteme gibt es

Es gibt einige Arten an unterschiedlichen Bewässerungssystemen. Darunter fallen allerdings nicht nur die größeren automatisierten Bewässerungsanlagen. Auch günstigere Optionen sind denkbar, wenn man gerade nicht allzu viel Geld zur Verfügung oder schlichtweg nicht den Bedarf hat. Neben Bewässerungssystemen mit kleinem Tank, gibt es auch automatische Systeme für Zimmerpflanzen. Für was man sich letztendlich entscheidet, sollte auch davon abhängen, was für ein Einsatzgebiet man bewässern möchte. Sollen die Pflanzen in den eigenen vier Wänden, oder doch lieber auf Balkon, Terrasse oder im Garten bewässert werden? Diese Frage sollte man sich unbedingt vor einem Kauf stellen. Es gibt übrigens viele unterschiedliche Größen, auch was den Tank der Bewässerungssysteme angeht.

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Installation von Bewässerungsanlagen

Bevor eine Bewässerungsanlage genutzt werden kann, muss diese natürlich erst installiert werden. Der Aufwand für die Montage kann dabei stark variieren. Allerdings ist die Größe nicht zwangsweise ein Kriterium dafür, dass auch die Installation viel Zeit in Anspruch nimmt. Gegebenenfalls ist es nötig, dass im späteren Verlauf der ein oder andere Handgriff getätigt werden muss, damit die Bewässerungsanlage auch gut funktioniert. Kurzfristige Installationen (z. B. wenige Tage vorm Urlaub) sollten vermieden werden. Gerade dann, wenn man keine große Erfahrung in der Montage von Bewässerungsanlagen besitzt. Schließlich geht es um die Gesundheit der Pflanzen.

Die Gartenbewässerung planen worauf es dabei ankommt

Gerade bei größeren Gärten ist es sehr wichtig, dass die Bewässerung gut geplant wird. Ein Ingenieur muss man dafür zwar nicht sein, dennoch sollte man einen Plan erstellen. Dieser sollte das Gartengrundstück umfassen, die dort zu bewässernden Flächen und die vorhandenen Wasseranschlüsse. Anhand dieses Planes gilt es zu überlegen, was für und wie viele Bewässerungssysteme man benötigt. Übrigens finden sich hierzu im Internet viele Informationen, die ausgesprochen hilfreich sein können. Darunter Bewässerungsanleitungen, Bewässerungsplanungsvorlagen und sogar Onlineplaner, die einige interessante Funktionen zu bieten haben. Tatsächlich ist es auch möglich, die Planung von einem hierauf spezialisierten Unternehmen durchführen zu lassen. Einen solchen Service bietet beispielsweise die Gardena AG. Bis 300 Quadratmeter zahlt man für die Planung sogar nur 75 Euro. Generell sind die gebotenen Preise wirklich fair, weswegen man diesen Schritt durchaus in Erwägung ziehen sollte.

Bewässerungsanlagen dieser Marken wurden getestet

Stiftung Warentest hat Bewässerungssysteme von 14 Marken getestet. Da es sich hierbei (fast nur) um Hersteller handelt, die sich ausschließlich auf den Gartenbereich konzentrieren, dürften diese den meisten nicht bekannt sein. Vorausgesetzt natürlich, dass man sich in diesem Gebiet auskennt. Eine der bekannteren Namen sind Gardena und Bambach. Diese sind auch die einzigen beiden Marken, wo jeweils 2 Produkte getestet wurden. Diese beiden Hersteller konnten übrigens wirklich überzeugen. Deren getesteten Produkte erzielten nämlich alle eine gute Bewertung. Keine Selbstverständlichkeit. Auch nicht für große und bekannte Unternehmen.

Liste mit Marken:

1
Baldur-Garten
2
Bambach
3
Bio Green
4
Claber
5
Die moderne Hausfrau
6
Emsa
7
Gardena
8
Gärtner Pötschke
9
Geli
10
Gib Industries
11
Lechuza
11
Pearl Royal Gardineer
12
Scheurich
13
Solar Trend Germany

Abwertungen aufgrund besonderer Mängel

Abwertungen können dazu führen, dass sich gewisse Mängel verstärkt auf bestimmte Wertungen ausführen. Sollte die Bewässerung oder Haltbarkeit mangelhaft ausfallen, konnte kein besseres Qualitätsurteil erzielt werden. Falls Sicherheit und Wasserschäden befriedigend oder schlechter ausfielen, war ebenfalls kein besseres Qualitätsurteil möglich. Falls das Unterkriterium der Wassermenge mangelhaft ausfiel, konnte die Handhabung maximal eine Note besser sein.

Die Abwertungen gestalteten sich somit wie folgt

1
Bewässerung (mangelhaft) – kein besseres Qualitätsurteil möglich

2
Haltbarkeit (mangelhaft) – kein besseres Qualitätsurteil möglich

3
Sicherheit und Wasserschäden (befriedigend oder schlechter) – kein besseres Qualitätsurteil möglich

4
Wassermenge (mangelhaft) – Handhabung höchstens eine Note besser

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Testabläufe der unterschiedlichen Kriterien

Gerade das Testen der Bewässerung war sehr umfangreich. Die anderen Kriterien kamen allerdings auch nicht zu kurz, wenngleich der Aufwand hier wohl nicht annähernd so groß war. Wie immer wurde bei den Abläufen alles Wichtige abgedeckt. Was anderes war von der Stiftung Warentest allerdings auch nicht zu erwarten.

Bewässerung

Um das Pflanzenwachstum beurteilen zu können, wurden Indikatorpflanzen zu Hilfe genommen. Dabei wurde auch die Eignung des Bewässerungssystems für unterschiedliche Pflanzen geprüft. Genaugenommen die Eignung für Pflanzen mit geringem Wasserbedarf und die Eignung für Pflanzen mit hohem Wasserbedarf. Alle Testpflanzen wurden zur gleichen Zeit besorgt und mit hochwertigem Substrat in Töpfe und Balkonkästen gepflanzt. Erst nach einer dreiwöchigen Vorbereitungszeit, wurden die Bewässerungssysteme installiert. Systeme für Balkon und Terrasse wurden vier Wochen lang in einem schattierten Foliengewächs­haus geprüft. Systeme für Zimmerpflanzen in großen Räumen mit Südfens­tern. Die Qualität der Pflanzen wurde wöchentlich beurteilt. Des Weiteren wurde auch der Wasserverbrauch ermittelt. Falls nötig, also bei Pflanzen mit einem kleinen Wassertank, wurde auch der Nachfüllbedarf festgestellt.

Handhabung

Die Gebrauchsanleitung wurde (wie so oft) von einem Experten beurteilt. Drei Hobbygärtner befassten sich mit der erforderlichen Montage. Dabei ging es vor allem darum, ob diese sich kompliziert gestaltet und was für ein Zeitaufwand nötig ist. Neben der Montage, bewerteten diese auch die Deinstallation und Reinstallation bewertet. Ebenfalls einbezogen, wurde die Einstellung der Wassermenge und das Nachfüllen von Wasser. Falls vorgesehen, wurde auch der Durchfluss des Wassers geprüft.

Haltbarkeit

Bewertet wurde hier, ob während der Installation, Deinstallation, Reinstallation oder Inbetriebnahme Schaden auftraten. Dazu zählte beispielsweise ob bestimmte Teile kaputtgingen oder es zu Defekten kam. Im Grunde alles, was bei einem gut haltbaren Bewässerungssystem nicht auftreten sollte.

Sicherheit, Schutz vor Wasserschäden

Bei batteriebetriebenen Systemen und solchen, die mit 230 Volt funktionieren, wurde die elektrische Sicherheit geprüft. Des Weiteren wurde die Gefahr von Wasserschäden ermittelt. Solche sind besonders dann ärgerlich, wenn die Bewässerungssysteme direkt an einen Wasseranschluss gekoppelt sind.